Blogbeitrag

Bessere Plattformen für alle helfen mehr als Zugangsbeschränkungen für Kids

Statement zum geplanten EU Kids Act von Dr. Gergana Baeva, Senior Policy Fellow der Agora Digitale Transformation
Mit dem heute angekündigten EU Kids Act sollen EU-weite Einschränkungen Kinder und Jugendliche besser vor den Risiken von Sozialen Medien und anderen digitalen Umgebungen schützen. Altersabgestufte Regeln sollen dabei den unterschiedlichen Bedürfnissen von Kindern und Jugendlichen Rechnung tragen und auch Eltern die Möglichkeit geben, den Zugang zu Sozialen Medien individuell anzupassen. Hierzu erklärt Dr. Gergana Baeva, Senior Policy Fellow der Agora Digitale Transformation:
 
Die EU hat erkannt: Nicht nur einige populäre Soziale Medien gefährden Kinder und Jugendliche. Auch die für Kinder so wichtigen Videospiel-Plattformen und allgegenwärtigen KI-Chatbots bergen erhebliche Risiken für die körperliche, geistige und soziale Entwicklung.
Doch der Kids Act setzt auf Maßnahmen mit zweifelhaftem Erfolg, wie erste Erfahrungen mit der australischen Altersgrenze für Soziale Medien zeigen. Gute Regulierung kann mehr, als gefährliche Plattformen für wenige verbieten: sie muss sie für alle besser machen – mit besseren Designs und klaren, überprüfbaren Regeln für alle. Denn Beschränkungen für unter 15-Jährigen reichen nicht, wenn süchtigmachende und polarisierende Designs ältere Jugendliche und Erwachsene ebenso belasten. Die Wirksamkeit der Regulierung hängt dabei zentral von ihrer Umsetzung ab – und das setzt eine EU-weite Infrastruktur der Altersverifikation voraus, die Datenschutz priorisiert und bestehende Monopole nicht verstärkt. Eine technische Lösung für diese Infrastruktur ist aktuell jedoch nicht vorhanden.

Autor:in des Blogbeitrags: Dr. Gergana Baeva, Senior Policy Fellow der Agora Digitale Transformation

 

#KIRegulierung #Medienpluralismus #Plattformregulierung #DigitalServicesAct

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