Wir sprechen viel über Social-Media-Plattformen und Messengerdienste, über ihre Macht, ihr Design, ihre Risiken. Wie die Menschen darauf blicken, die sie täglich nutzen, war Thema des Launch-Events zur Studie „Große Sorgen, hohe Erwartungen an Politik und Europa“ am 30. Juni 2026.
Charlotte Freihse (Bertelsmann Stiftung) und Vivien Benert (Agora Digitale Transformation) stellten die Ergebnisse der gemeinsam mit pollytix durchgeführten repräsentativen Befragung vor. Das Problembewusstsein ist hoch: Rund zwei Drittel der Befragten sorgen sich darüber, dass die wichtigsten Plattformen in US-amerikanischer oder chinesischer Hand liegen, ähnlich viele haben selbst negative Erfahrungen gemacht. Das Nutzungsverhalten ändert das kaum. Bei WhatsApp halten es 92 Prozent für unwahrscheinlich, die Plattform im kommenden Jahr zu verlassen, und die meisten glauben nicht, mit einem eigenen Rückzug etwas zu bewirken.
Auffällig ist der Widerspruch zwischen Sorge und Alltag: Dass eine Plattform europäisch betrieben wird, zählt zu den unwichtigsten Nutzungsansprüchen, Alternativen wie Mastodon sind über 80 Prozent unbekannt. Stärkere Regulierung befürwortet eine deutliche Mehrheit, nur unter AfD-Wählenden überwiegt die Sorge um die Meinungsfreiheit. DSA und DMA kennt allerdings nur eine Minderheit, und Verbote erscheinen vielen greifbarer als strukturelle Ansätze wie Interoperabilität. Werden diese Konzepte erklärt, steigt die Zustimmung deutlich. Im Anschluss folgte ein Q&A.
Charlotte Freihse
Bertelsmann Stiftung (Project Manager "Digitalisierung und Gemeinwohl")
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